Schwerpunkt Stochastik
Was ist Stochastik?
Das Wort Stochastik (aus dem Griechischen ÏÏÓŹÏαÏÏÎŻÎșÎź von ÏÏÓŹÏÓŹÎŸ - âVermutung, Ahnung, Zielâ) bedeutet âdie Kunst des Vermutensâ. Dieser Begriff wurde von Jacob Bernoulli in seinem Buch âArs conjectandiâ (1713) geprĂ€gt, in dem das erste Gesetz der groĂen Zahlen bewiesen wurde. Die heutige mathematische Disziplin Stochastik, die u.a. Wahrscheinlichkeitstheorie, stochastische Prozesse sowie Statistik umfasst, ist ein modernes Teilgebiet der angewandten Mathematik, in dem zufĂ€llige Ereignisse, zeitliche Entwicklungen bzw. rĂ€umliche Strukturen auf ihre GesetzmĂ€Ăigkeiten untersucht werden. Da die meisten PhĂ€nomene der Natur neben einer deterministischen Komponente auch eine Zufallskomponente aufweisen, ist es heutzutage kaum möglich, ein Wissensgebiet zu nennen, in dem die Stochastik keine Anwendung findet. VerstĂ€rkt durch die enorme LeistungsfĂ€higkeit der modernen Rechner, ist die Stochastik zu einem wichtigen Tool der Natur-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften geworden, das immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Stochastik an der UniversitÀt Ulm
Die Stochastik ist ein wichtiger Bestandteil der (Wirtschafts-) Mathematik-Ausbildung an der . Unsere Studierenden lernen die Stochastik erstmals im Bachelor-Programm mit der Vorlesung Elementare Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik, in der Grundbegriffe aus beiden Teilgebieten der Stochastik vermittelt werden. In der Vertiefungsvorlesung Stochastik I werden statistische Fragestellungen und Methoden vorgestellt, die im Statistik-Praktikum mit Hilfe von Software-Paketen (wie SAS bzw. R) zur praktischen Anwendung gebracht werden. Im Master-Programm folgen weitere aufbauende Vorlesungen (Stochastik II und III) sowie zahlreiche Spezialvorlesungen, in denen wir die Kenntnisse der Statistik vertiefen und stochastische Prozesse sowie rĂ€umliche stochastische Modelle detailliert behandeln. Einen Vorschlag zur Organisation des Bachelor- bzw. Master-Studiums mit Schwerpunkt in Stochastik finden Sie in den StudienplĂ€nen hier bzw. hier. Die Institute des Schwerpunkts Stochastik beteiligen sich darĂŒber hinaus an der DAV-Ausbildung der Aktuare im Fach Schadenversicherungsmathematik und an der Stochastik-Ausbildung fĂŒr die StudiengĂ€nge Mathematische Biometrie, Lehramt Mathematik sowie fĂŒr weitere StudiengĂ€nge an der UniversitĂ€t Ulm.
Einblicke in aktuelle Forschungsthemen
Das wichtige UniversitĂ€tsprinzip der Einheit von Lehre und Forschung setzen wir beim Schwerpunkt Stochastik durch die Einbindung von Studierenden in die zahlreichen ForschungsaktivitĂ€ten der Institute um. Viele Studierende nehmen bereits frĂŒhzeitig an den studentischen Seminaren bzw. am Forschungsseminar ĂŒber Stochastische Geometrie und rĂ€umliche Statistik des Institutes teil, in dem regelmĂ€Ăig internationale Spitzenforscher vortragen. AuĂerdem werden die Studierenden durch Praktika und Graduierungsarbeiten bei Kooperationspartnern in aktuelle interdisziplinĂ€re Forschungsprojekte des Institutes integriert. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Fachkollegen aus anderen Wissenschaftsgebieten bzw. mit zahlreichen Industrie- und Wirtschaftsunternehmen wie z.B. France Telecom, Generali, MĂŒnchener RĂŒck, usw. und fĂŒhrt oft zu neuen, interessanten Anwendungsaspekten von stochastischen Modellen und Methoden. Dabei sind die Studierenden unmittelbar an der Weiterentwicklung der Softwarebibliothek GeoStoch beteiligt, die im Institut fĂŒr Stochastik seit ca. 10 Jahren kontinuierlich ausgebaut wird und die inzwischen umfangreiche FunktionalitĂ€ten in den Bereichen der stochastischen Geometrie und rĂ€umlichen Statistik bietet. AuĂerdem fördert das Institut die Teilnahme von Studierenden am internationalen Studenten-Austausch im Rahmen von ERASMUS-Programmen und weiterer KooperationsvertrĂ€ge mit Lehr- und Forschungseinrichtungen in vielen LĂ€ndern, wie z.B. die Lomonossov-UniversitĂ€t Moskau, UniversitĂ€t Fribourg, TU Eindhoven. Der Schwerpunkt Stochastik ist regelmĂ€Ăig in die Organisation von internationalen Tagungen, Workshops und Sommer-Schulen involviert, an denen neben bekannten Spitzenforschern auch viele Nachwuchswissenschaftler, Doktoranden und Studierende teilnehmen.