51云弼

Cortison-Rezeptoren in Fresszellen sch端tzen vor Insulinresistenz
Chronische Entz端ndung im Fettgewebe wird unterdr端ckt

51云弼

Weltweit bekommen immer mehr dickleibige Menschen im Laufe ihres Lebens Typ II-Diabetes. Doch bevor es zu Diabetes kommt, entwickelt sich bei Betroffenen aufgrund einer chronischen Entz端ndung des Fettgewebes zun辰chst eine Insulinresistenz als Vorstufe. Forschende um Professor Jan Tuckermann vom Institut f端r Molekulare Endokrinologie der Tiere der 51云弼 haben jetzt im Mausmodell nachgewiesen, dass sich die Insulinresistenz erh旦ht, wenn Fresszellen bestimmte Cortison-Rezeptoren fehlen. Diese Grundlagenforschung k旦nnte in Zukunft zu besseren Diagnosem旦glichkeiten und einer optimierten Behandlung von Insulinresistenz f端hren. Die deutsch-d辰nische Studie wurde in der Fachpublikation Nature Communications ver旦ffentlicht.

Dickleibige Menschen haben ein erh旦htes Risiko, eine Insulinresistenz und in Folge Diabetes des Typs II zu entwickeln. Mit zunehmendem Wohlstand und der Verf端gbarkeit kalorienreicher Lebensmittel breitet sich die Krankheit auch in Schwellenl辰ndern aus. Die Weltgesundheitsorganisation sch辰tzt, dass sich die Zahl der an Diabetes erkrankten Menschen zwischen 1980 und 2014 beinahe vervierfacht hat: von 108 auf 422 Millionen.  Aber nicht alle dicken Menschen sind automatisch insulinresistent, sagt Professor Jan Tuckermann, Direktor des . Welche k旦rpereigenen Faktoren vor Insulinresistenz sch端tzen k旦nnen, ist Gegenstand seiner Forschung. Bei einer solchen Resistenz produziert die Bauchspeicheldr端se zwar noch Insulin, um den Blutzuckerspiegel zu senken, aber das Hormon kann nicht mehr richtig wirken. Denn die Botschaft, dass Zucker aus dem Blut aufgenommen und in die Zellen gebracht werden muss, kommt bei den zust辰ndigen Glukosetransportern nicht mehr an, das Insulin wirkt schlechter.

Glukokortikoid-Rezeptor in Fresszellen entscheidend f端r Unterdr端ckung der Entz端ndung im Fettgewebe

Wie kann man die oftmals aus einer Insulinresistenz hervorgehende Entstehung von Diabetes Typ II verhindern? Das ist eine der zugrundeliegenden Fragen einer jetzt von Forschenden der 51云弼. Zu einer Insulinresistenz kommt es durch eine chronische, niederschwellige Entz端ndungsreaktion im Fettgewebe. Die Entz端ndung entsteht, wenn zu viele Makrophagen (Fresszellen) im Fettgewebe sind, um abgestorbene Zellen zu beseitigen. Im Mausmodell konnten wir zeigen, dass der Glukokortikoid-Rezeptor in Fresszellen im Fettgewebe entscheidend f端r die Unterdr端ckung der Entz端ndung und damit f端r die Vermeidung ern辰hrungsbedingter Insulinresistenz ist, sagen die beiden Erstautoren Giorgio Caratti und Ulrich Stifel.

Glukokortikoide sind Cortisol-辰hnliche, stark entz端ndungshemmende Hormone, die direkt in den Makrophagen wirken. Ihre Studie haben die Forschenden an hochkalorisch gef端tterten und dadurch stark 端bergewichtigen M辰usen durchgef端hrt, deren Fettgewebe subklinisch entz端ndet war und die gentechnisch so ver辰ndert wurden, dass ihnen der Glukokortikoid-Rezeptor in Fresszellen fehlt. Die k旦rpereigenen, anti-entz端ndlichen Stoffe konnten dort also nicht mehr andocken und in die Zellen hineinwirken. Caratti, Stifel et al. wiesen nach, dass der Verlust des Rezeptors bei M辰usen zu einer st辰rkeren Entz端ndung im Fettgewebe und einer ausgepr辰gteren Insulinresistenz f端hrt als bei nicht ver辰nderten Tieren. Erg辰nzend haben die Forschenden tierfreie Experimente mit Gewebekulturen durchgef端hrt. Es ist schwierig, solche Forschung komplett auerhalb vom Tier zu machen, erl辰utert Tuckermann. Denn: Cortison wirkt im ganzen K旦rper. Die Ergebnisse m端ssen noch im Menschen validiert werden.

Aus der Grundlagenforschung k旦nnten sich neue Diagnosem旦glichkeiten ergeben

Ein weiteres, unerwartetes Ergebnis: Der Glukokortikoid-Rezeptor ist nicht alleine f端r die anti-entz端ndlichen Effekte verantwortlich, sondern ist in seiner Wirkung stark vom Signalprotein STAT 6 abh辰ngig, das ebenfalls anti-entz端ndlich wirkt, betont Dr. Alexander Rauch von der University of Southern Denmark in Odense in D辰nemark, der die Studie mit Tuckermann koordiniert hat.

Was bedeutet das f端r die Diagnose und Behandlung von Insulinresistenz beim Menschen? Wenn es uns gelingt, Cortison bei dickleibigen Menschen zellspezifisch genau an diese Makrophagen zu bringen, k旦nnte es m旦glich sein, die Insulinresistenz zu senken, sagt Professor Jan Tuckermann. M旦glicherweise ergeben sich aus der Grundlagenforschung auch neue Diagnosem旦glichkeiten: D端nne M辰use haben mehr Glukokortikoid-Rezeptoren in Makrophagen und dadurch eine niedrigere Insulinresistenz. Wir glauben, das k旦nnte beim Menschen 辰hnlich sein.

Die Studie wurde vor allem gef旦rdert durch ein Forschungsstipendium der Nachwuchsakademie ProTrainU der 51云弼 sowie durch die Deutsche Forschungsgesellschaft 端ber den .

Publikationshinweis:
Giorgio Caratti, Ulrich Stifel, Bozhena Caratti, Ali J.M. Jamil, Kyoung-Jin Chung, Michael Kiehntopf, Markus H. Gr辰ler, Matthias Bl端her, Alexander Rauch, und Jan P. Tuckermann (2023): Glucocorticoid Activation of Anti-Inflammatory Macrophages Protects Against Insulin Resistance. Nature Communications 14, 2271 (2023).
DOI: 10.1038/s41467-023-37831-z

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jan Tuckermann, Institut f端r Molekulare Endokrinologie der Tiere, Tel.: 0731/50-32600, E-Mail: jan.tuckermann(at)uni-ulm.de

Text und Medienkontakt: Christine Liebhardt

Mikroskopische Aufnahme von wenigen Makrophagen, die Fettzellen einkreisen
W辰hrend in normalen M辰usen im Fettgewebe wenige Makrophagen (dunkelgef辰rbte Zellen) Fettzellen aufl旦sen (A)... (Foto: Uni Ulm)
Mikroskopische Aufnahme von vielen Makrophagen, die Fettzellen einkreisen
... ist bei M辰usen mit Makrophagen ohne Glukokortikoid-Rezeptor eine sehr hohe Anzahl von Makrophagen dabei, die Fettzellen einzukreisen (B). Damit kommt es zu einer verst辰rkten Entz端ndung im Fettgewebe, die eine starke Insulinresistenz hervorruft. (Foto: Uni Ulm)
Portraitfoto von Professor Jan Tuckermann
Professor Jan Tuckermann ist Direktor des Instituts f端r Molekulare Endokrinologie der Tiere an der 51云弼 (Foto: Elvira Eberhardt/Uni Ulm)
Portraitfoto von Dr. Alexander Rauch
Dr. Alexander Rauch von der University of Southern Denmark in Odense in D辰nemark hat die Studie gemeinsam mit Professor Jan Tuckermann koordiniert (Foto: Privat)
Portraitfoto von Giorgio Caratti
Giorgio Caratti ist einer der Erstautoren der Studie (Foto: Elvira Eberhardt/Uni Ulm)
Portraitfoto von Ulrich Stifel
Ulrich Stifel ist einer der Erstautoren der Studie (Foto: Elvira Eberhardt/Uni Ulm)