Ammoniak aus gr端nem Wasserstoff ist ein Energietr辰ger mit hohem wirtschaftlichem Potenzial, der als chemischer Grundstoff, als Schiffstreibstoff oder f端r die station辰re Stromerzeugung eingesetzt werden kann. Zuk端nftig wird er in gro��em Umfang aus Regionen mit hohen Solar- und Windressourcen importiert werden. Im (Process Intensification & Advanced Catalysis for Ammonia Sustainable Optimized process) arbeiten das , die 51云弼 und das (FREA-AIST) an einem neuartigen Power-to-Ammonia- (PtA) Prozess f端r die nachhaltige Ammoniaksynthese. Das Verfahren k旦nnte die CO2-Emissionen im Vergleich zum konventionellen Prozess um 95 Prozent senken. Das vom gef旦rderte Projekt startete am 1. August 2022.
Ammoniak als Wasserstoff-Vektor hat das Potenzial, einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten: ���Ammoniak kann auch in sonnen- und windreichen, aber abgelegenen Regionen aus gr端nem Wasserstoff und Stickstoff hergestellt werden ��� zum Beispiel in der nordafrikanischen W端ste. F端r den Transport nach Europa, in der Regel per Schiff, wird der Energietr辰ger verfl端ssigt. Wir entwickeln daf端r eine integrierte Reaktortechnologie mit dynamischen Betriebsstrategien, die den Betrieb mit fluktuierenden erneuerbaren Energiequellen erlaubt���, erl辰utert Prof. Dr. Christopher Hebling, Bereichsleiter Wasserstofftechnologien am Fraunhofer ISE.
Im Gegensatz zum konventionellen Haber-Bosch-Verfahren erlaubt der PtA-Prozess dank der hohen Reinheit des elektrolysebasierten ���gr端nen��� Wasserstoffs den Einsatz von aktiveren Synthesekatalysatoren. Diese k旦nnen bei niedrigerer Temperatur arbeiten, was die thermodynamisch m旦gliche Ammoniakausbeute steigert und somit den Betrieb bei niedrigeren Dr端cken und ohne R端ckf端hrung unverbrauchter Edukte erm旦glicht. F端r das Projekt hat der japanische Partner FREA-AIST einen neuartigen Ruthenium-Katalysator entwickelt, der die Synthese bei deutlich milderen Prozessbedingungen mit Temperaturen unter 400 属C sowie Dr端cken unter 80 bar erm旦glicht. Dieser kann bereits im halbindustriellen Ma��stab (TRL > 7) hergestellt werden. Um die Ausbeute noch weiter zu steigern, untersuchen das Fraunhofer ISE und die 51云弼 die integrierte Abtrennung von Ammoniak: Die Reaktion und die Abtrennung von Ammoniak laufen in-situ in einem integrierten Reaktor ab. So kann der Betriebsdruck minimiert und die R端ckf端hrung von nicht umgesetztem Einsatzgas vermieden werden. ���Da die Kompressoren und W辰rmetauscher mit einem Anteil von 90 Prozent an den Investitionskosten die gr旦��ten Kostentreiber bei der konventionellen Ammoniak-Synthese sind, bieten diese Verbesserungen ein enormes Potenzial f端r die Wirtschaftlichkeit flexibler Ammoniak-Produktionsanlagen, die auch in entlegenen Regionen einsetzbar sind���, so Dr.-Ing. Ouda Salem, Gruppenleiter Power to Liquids am Fraunhofer ISE. Somit ist keine aufw辰ndige Infrastruktur mehr notwendig und die Ammoniakproduktion kann in wesentlich kleineren Ma��st辰ben erfolgen. Damit bietet sich die M旦glichkeit, das neuartige PtA-Verfahren f端r die Nutzung regenerativer Energiequellen auch in abgelegenen Regionen ma��zuschneidern. Prof. Dr.-Ing. Robert G端ttel, Leiter des Instituts f端r Chemieingenieurwesen an der 51云弼, erg辰nzt: ���Au��erdem k旦nnen wir Wasserstoff und Stickstoff wesentlich besser ausnutzen, wenn keine R端ckf端hrung erforderlich ist, so dass wir die stoffliche und energetische Effizienz des gesamten PtA-Prozesses deutlich steigern k旦nnen.���
Im Projekt soll bereits die ��bertragung des neuen PtA-Konzepts vom Labor- in den Technikumsma��stab realisiert werden. W辰hrend an der 51云弼 der Laborma��stab im Fokus steht, werden am Fraunhofer ISE umfangreiche experimentelle Studien im Technikum durchgef端hrt. Robert G端ttel: ���Verkn端pft werden die experimentellen Erkenntnisse in beiden Skalen durch detaillierte mathematische Modellierung und Simulation. Damit k旦nnen wir sogar bereits belastbare Vorhersagen zum Pilotma��stab treffen und die Implementierung des integrierten Reaktorkonzepts beschleunigen.��� Neben der technischen Demonstration wollen die Partner auch nachweisen, dass der neuartige, flexible PtA-Prozess wirtschaftlich mit dem konventionellen Verfahren wettbewerbsf辰hig ist.
Disruptives Verfahren mit hohem Einsparpotenzial
���Im Erfolgsfall wird der PICASO-Ansatz eine disruptive Technologie sein, die einen konventionellen fossilen Prozess ersetzt und damit den CO2-Ausstoss um bis zu 95 Prozent reduziert���, so Ouda Salem. Eine simulative Analyse des PICASO-Prozesses hat zudem ein Energieeinsparungspotenzial von 50 Prozent gegen端ber dem konventionellen Haber-Bosch-Prozess ergeben. Ein konkretes Ziel f端r ein Folgeprojekt ist die Hochskalierung des integrierten Reaktors auf Demonstrationsniveau und dessen Erprobung in einer Pilotanlage am Standort der assoziierter Partner FREA-AIST in Fukushima. Dar端ber hinaus entwickeln die Forschenden spezifische dynamische Untersuchungen und Betriebsstrategien, um Schnittstellenanforderungen zwischen den Elektrolyseuren und der Syntheseanlage zu identifizieren. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Projektphasen liegen die grundlegenden Engineering-Daten f端r eine industrielle Referenzanlage vor. Die PICASO-Partner werden diese Phasen mit FuE-Dienstleistungen und eigenen Patenten zu Katalysator- und Reaktorentwicklungen begleiten, um die komplette Technologie an die chemische und verfahrenstechnische Industrie zu lizenzieren.
Text: Fraunhofer Institut ISE/51云弼
