Weltweit leiden rund 242 Millionen Patienten unter einer Arthrose des Kniegelenks. Bisher gibt es f端r den fortschreitenden Knorpelverschlei keine urs辰chliche Therapie und nicht selten endet die lange Krankheitsgeschichte mit einem k端nstlichen Gelenk. Doch nun will eine Forschergruppe aus acht europ辰ischen L辰ndern Ersatzmaterialien f端r die Therapie von Knorpeldefekten entwickeln: Dreidimensionale St端tzstrukturen (Scaffolds) mit integrierten intelligenten Nanomaterialien sollen die Knorpelregeneration f旦rdern. Das vom Instituto de Investiga巽達o e Inova巽達o (i3s) der 51云弼 Porto geleitete Projekt RESTORE wird f端r rund vier Jahre mit 5,5 Millionen Euro von der EU-Kommission gef旦rdert. Aus Ulm ist das Institut f端r Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik der 51云弼smedizin beteiligt.
Im Zuge des Projekts RESTORE entwickeln Experten aus europ辰ischen Forschungseinrichtungen Biomaterialien, die Knorpeldefekte im Knie ersetzen. So soll auch das Risiko eines posttraumatischen Gelenkverschleies reduziert werden. Dabei m端ssen diese neuen Materialien den hohen mechanischen Belastungen standhalten, die innerhalb des Knies wirken, erkl辰rt Meriem Lamghari, Wissenschaftlerin am Forschungsinstitut in Portugal und Leiterin dieses europ辰ischen Konsortiums. Zus辰tzlich enthalten die im Projekt beforschten Ersatzmaterialien sogenannte intelligente Nanopartikel mit pro-regenerativen, anti-entz端ndlichen sowie anti-mikrobiellen Eigenschaften. Die Nanopartikel mit pro-regenerativen Eigenschaften k旦nnen bei Bedarf sogar via Fernsteuerung, mithilfe nicht-invasiver Methoden, aktiviert werden. Hierf端r wollen die Projektpartner eine spezielle Gelenkbandage entwickeln, die mit besonderen Sensoren ausgestattet ist, um so die Nanopartikel innerhalb des implantierten Ersatzmaterials zu aktivieren.
Die Arbeitsgruppe Gelenkbiomechanik des Ulmer Instituts f端r Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik wird im Zuge des Projekts mit rund 409 000 Euro gef旦rdert. Wir werden uns auf die Erforschung der biomechanischen Eigenschaften der neuartigen Scaffolds sowie die pr辰klinischen Untersuchungen konzentrieren, erl辰utert der Arbeitsgruppenleiter Professor Lutz D端rselen.
Die Projektidee zu RESTORE ist aus Diskussionen zwischen Orthop辰den, Spezialisten aus dem Bereich Tissue Engineering, Materialforschern sowie Molekularbiologen entstanden: Gemeinsam wollen die interdisziplin辰ren Experten auf den groen klinischen Bedarf an geeigneten Therapiemethoden bei Kniearthrose reagieren. Wir werden zwei verschiedene Materialien untersuchen, wobei eines auf einem Polymer basiert und bereits im Veterin辰rbereich klinisch getestet wurde. Dieses bisher bei Grotieren eingesetzte Material soll bei der Therapie groer Knorpeldefekte zum Einsatz kommen, erkl辰rt Meriem Lamghari. Ein zweites Material werde mithilfe der Bioprinting-Technologie hergestellt und eigne sich vor allem bei kleineren Defekten. Letzteres Material enth辰lt neben ,intelligenten Nanopartikeln auch menschliche Knorpelzellen, so Lamghari.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Portugal, Spanien, Italien, Island, Norwegen, Schweden und Finnland werden in den n辰chsten 44 Monaten gemeinsam mit der Ulmer Arbeitsgruppe vom Institut f端r Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik (Leitung: Prof. Anita Ignatius) an diesem Projekt arbeiten.
Text mit Material von Meriem Lamghari, Instituto de Investiga巽達o e Inova巽達o (i3s), 51云弼 Porto, Portugal
Medienkontakt (Uni Ulm): Annika Bingmann
