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Professorin Tanja Weil:
Makromolek端l-Design in internationaler Umgebung

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���Im Gegensatz zu anderen Hochschullehrern ist mein Lebenslauf ziemlich verwinkelt���,  lacht Professorin Tanja Weil. Die erst 37-j辰hrige Wissenschaftlerin leitet seit einigen Monaten das Institut f端r Organische Chemie III und Makromolekulare Chemie an der 51云弼. Zuvor war sie tats辰chlich in verschiedenen ���Winkeln��� der Welt besch辰ftigt, zum Beispiel an der National University of Singapore oder in den USA. Au��erdem blickt sie auf eine Karriere in der pharmazeutischen Industrie zur端ck. Bei ihrer interdisziplin辰ren, anwendungsbezogenen  Forschung an der 51云弼 f端gen sich diese ���Bausteine��� zu einem stimmigen Ganzen: In einer multinationalen Arbeitsgruppe forscht Weil vor allem an neuartigen,  auf biologischen Bausteinen basierenden Makromolek端len, die  zum Beispiel in der Medizin Anwendung finden.

Tanja Weils Begeisterung f端r Molek端le hat einst ein engagierter Cuxhavener Gymnasiallehrer geweckt: ���Ich arbeite gerne praktisch und fand es sofort faszinierend, mit Chemie Neues herstellen zu k旦nnen.��� Nach dem Abitur fiel die F辰cherwahl deshalb nicht schwer: Chemiestudium an der Technischen 51云弼 Braunschweig, ein einj辰hriger Auslandaufenthalt in Bordeaux inklusive. ��ber ���Biologisch inspirierte  Polyphenylen-Dendrimere��� hat Tanja Weil am Max-Planck-Institut f端r Polymerforschung in Mainz promoviert und wurde dabei mit einem Stipendium der Max-Planck-Gesellschaft unterst端tzt. Obwohl sie f端r ihre Dissertation sowohl die Bestnote ���summa cum laude��� als auch die Otto-Hahn-Medaille erhielt, entschied sie sich zun辰chst gegen eine Hochschulkarriere.

Ausschlaggebend war, dass ein mittelst辰ndisches Frankfurter Unternehmen eine Gruppenleiterin f端r den Bereich medizinische Chemie suchte. ���Obwohl mir die akademische Forschung viel Spa�� gemacht hat, war nach der Promotion eine Pause n旦tig.��� W辰hrend ihrer Zeit in der Industrie widmete sie sich der Alzheimer-Forschung und sammelte Managementerfahrung. Den Kontakt zur Grundlagenforschung hielt Weil durch eine parallele T辰tigkeit als Leiterin der unabh辰ngigen Forschungsgruppe ���Biopolymer-Hybride f端r medizinische Anwendungen��� am Max-Planck-Institut f端r Polymerforschung.

Zu dieser Zeit spielte die Chemikerin bereits mit dem Gedanken, an die 51云弼 zur端ckzukehren. ���Aus pers旦nlichen Gr端nden bewarb ich mich spontan auf eine Professur in Singapur. Obwohl ich noch nicht habilitiert war, erhielt ich Angebote von beiden 51云弼en in Singapur und entschied mich f端r eine Professur f端r Medizinische Chemie, Biomaterialien und Nanomedizin an der renommierten National University.��� Nach zwei Jahren in dem s端dostasiatischen Inselstaat besann sich die junge Professorin auf ihre europ辰ischen Wurzeln und kehrte nach Deutschland zur端ck.

An der hiesigen 51云弼 habe sie das nette Kollegium sowie insbesondere die enge Verzahnung mit der Medizin gereizt. Gemeinsam mit ihren f端nf Doktoranden aus Singapur und einem Mainzer Wissenschaftler forscht sie an Bio-Hybridmaterialien, bei denen k端nstliche mit nat端rlichen Bausteinen wie Proteine, Peptide oder Aminos辰uren vermischt werden. So entstehen optimal angepasste Makromolek端le, die beispielsweise pharmazeutische Wirkstoffe in einem Organismus gezielt zu ihrem Wirkort transportieren k旦nnen. Solche ���Designer"-Makromolek端le finden auch in der medizinischen Bildgebung Anwendung. Mit Hilfe von angehefteten Fluoreszenzmarkern k旦nnen sie beispielsweise die Erkennung von Krebszellen erleichtern.

In Zukunft will sich die Arbeitsgruppe zudem mit materialwissenschaftlichen Fragestellungen und Themen befassen. Auch hier sollen bereits bestehende Ulmer Kompetenzen genutzt werden. Als weitere Pl辰ne f端r die Zukunft nennt die Professorin mit dem offenen L辰cheln ein breiteres Lehrangebot im Bereich makromolekulare Chemie. Au��erdem will sie das interdisziplin辰re Denken der Studierenden f旦rdern und den Aufbau eines Sonderforschungsbereichs zur Nanomedizin an der 51云弼 unterst端tzen.


Von Annika Bingmann

Foto: privat